Tagungsreihe Netzwerk SGB II
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
an der 16. bundesweiten Netzwerk SGB II Tagung am 23. und 24. Oktober 2025 in der historischen Stadthalle in Wuppertal haben wieder mehr als 200 engagierte Arbeitsmarkt-, Integrations- und Fachexpert: innen der erfolgreichen Umsetzung des Sozialgesetzbuches II sowie Vertreter: innen der Kommunal-, Landes- und Bundesebene teilgenommen. Die Tagung wurde gemeinsam vom Verein Beschäftigungspolitik Kommunal e.V. – bp:k e.V. in Kooperation mit dem Bundesnetzwerk der Jobcenter, dem Jobcenter Wuppertal und der Servicestelle SGBII durchgeführt. Eine bewährte Kooperation!
Um Ihnen die Tagung in lebhaft Erinnerung zu rufen, fügen wir diesem Bericht das O – Ton Video bei. Die gesamte Dokumentation der Tagung mit Bildern, Präsentationen und Berichten aus den Foren stellen wir Ende November auf dieser Seite ein.
DAS THEMA:
WIRKUNG IM FOKUS – HERAUSFORDERUNGEN UND PERSPEKTIVEN FÜR DAS SGBII
fand große Resonanz und wurden an den zwei Tagen in sieben Foren, mehreren Plenen und informellen Netzwerk Runden intensiv fachlich erörtert. Neu war in diesem Jahr, dass ein Forum in dem neuen Verwaltungsgebäude in der ehemaligen Bundesbahndirektion zu dem Thema: Die Zukunft des Arbeitens – New Work in der öffentlichen Verwaltung – angeboten wurde. In dem Video der Tagungsdokumentation erfahren Sie hierzu einen O – Ton! (zum Video)
Den Auftakt zur Tagung gestaltete Herr Prof. Dr. Uwe Schneidewind, der mit seinen informativen und zukunftsweisenden Ausführungen zu dem Titel seines Inputs: „Wirkungsorientierung im Sozialstaat“ Aspekte der Modernisierungsagenda der Bundesregierung beleuchtete und insbesondere hervorhob, dass es auch im staatlichen Kontext Experimentierräume geben muss. Experimentierräume, in denen neues Denken, transformatorisches Erproben und Erleben sowie das Erarbeiten von Wirkungsfaktoren und deren Bewertung für das weitere Handeln in der Gesellschaft und Politik möglich sind. Die Ausführungen von Herrn Prof. Dr. Uwe Schneidewind knüpften inhaltlich auch an die Tagung 2024 an, in der wir den Blick auf Möglichkeiten und Voraussetzungen zur Vereinfachung und Automatisierung von Sozialleistungen richteten.
In einem zweiten Vortrag mit dem Titel: Connection creates impact – Wie das WIR gewinnt! nahm uns Frau Tanja Schmidt, Vorstand Markt & Integration mit in die Welt des Jobcenters Kreis Steinfurt AöR. Sie stellte eindrucksvoll und lebhaft dar, wie über Personalführung, Führungskultur, Kultur der Mitarbeiter: innen im Umgang miteinander Verbindungen geschaffen werden können und müssen, die auf der Basis von Vertrauen und Werten Wirkungen entfalten. Verbindung – Vertrauen – Wirkung ein Dreiklang, der die Kultur einer Organisation verändert!
Beiden Vorträgen schloss sich eine lebhafte Diskussion im Plenum an und über Sli:do war ein reger Austausch zu gestellten Fragen sehr gut möglich. Vertrauen wurde auch in der Sli:do Wortwolke hoch bewertet.
In den nachmittäglichen 7 Foren wurde das spannende Thema der Tagung von der Praxis für die Praxis durch qualifizierte und engagierte Inputgeber: innen unter den verschiedensten Aspekten detaillierter beleuchtet. Es gab in allen Foren lebhafte, auch kontrovers geführte Gespräche. Die Präsentationen der Gastredner: innen sowie der Inputgeber: innen aus den Foren werden mit einem Fazit der Ergebnisse auf dieser Seite Ende November eingestellt.
Bei dem abendlichen Buffet wurden die bestehenden Netzwerke gestärkt, neue Kontakte geknüpft und es wurde deutlich, dass sich insgesamt das Auditorium „verjüngt“ hat. Auch im SGBII findet 20 Jahre nach dessen Einführung ein „Generationenwechsel“ statt. Das ist gut so! Für das Engagement der jüngeren Führungskräfte wurde kräftig geworben. Wie bemerkte Tanja Schmidt in ihren Ausführungen treffend: Wer Veränderung will, muss in Führung gehen!
Der Morgen danach…
… Aktueller geht es nicht – vom Gesetzesentwurf „Bürgergeld“ über den Koalitionsvertrag bis hin zur Fachkräftesicherung und Arbeitsvermittlung! … Hier betraten Frau Dr. Yvonne Kaiser, Abteilungsleiterin, Abteilung II (Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslosenversicherung, Bürgergeld, Grundsicherung für Arbeitssuchende), Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Herr Stefan Kulozik, Abteilungsleiter, Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW ein weites Feld.
Frau Dr. Kaiser ging auf alle aktuellen wichtigen Themenstellungen konkret ein. Sie spannte den Bogen von Experimentierklauseln im Leistungsbereich des SGB II über den aktuellen Gesetzesentwurf zur neuen Grundsicherung der Bundesregierung bis hinzu zu der Aufgabenstellung der Sozialstaatskommission. Erfreulich war zu erfahren, dass die Definition „Erwerbsfähigkeit“ nun nach 20 Jahren in einer Arbeitsgruppe behandelt worden ist und ein Ergebnis erwartet werden kann.
Herr Stefan Kulozik stellte den Blick des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW auf die aktuellen Herausforderungen dar. Die Megatrends: Demografischer Wandel, Krise der Industriearbeitsplätze, KI, Sozialstatt im Renovierungsstau, Vermittlungsoffensive der kommunalen Jobcenter in NRW, Leistungsmissbrauch nahmen in seinen Ausführungen Gestalt an.
Auf dem anschließenden Podium diskutierten neben Frau Dr. Kaiser, Herrn Stefan Kulozik, Frau Dr. Regine Schmalhorst (Geschäftsführerin BA), Frau Birgitt Ehrl (Geschäftsführerin Jobcenter Regensburg, gE) und Herr Carl-Josef Cranen (Leiter Jobcom Düren, zkT) miteinander und mit dem Auditorium. Der Austausch unterstrich die Aktualität der Themen und auch hier war unter anderem das Fazit: Den Jobcentern ist seitens der Politik Vertrauen entgegenzubringen, und ein Sozialstaat ist das Fundament einer funktionierenden Gesellschaft.
Eigentlich ist es doch einfach: Das Sozialgesetzbuch II in Paragraf §1 ist in seinem gesetzlichen Auftrag und dass die Menschen würdevoll, die die Leistungen in Anspruch nehmen müssen und auch unter dem Aspekt des Forderns und Förderns nach 20 Jahren immer noch eindeutig.
Und so steht am Ende der Tagung fest: Die Umsetzung des gesetzlichen Auftrages des SGBII gelingt den Jobcentern bundesweit, ein System das wirkt – weil Menschen darin wirken!
Denn die Wirkung, die wir gemeinsam erzielen, begann auch mit der Tagung – mit dem Hinhören, dem gemeinsamen Nachdenken, der gegenseitigen Motivation und in der Folge des mutigen Handelns.
Der Verein bedankt sich nochmals auf das allerherzlichste bei allen, die an der Tagung teilgenommen, mitgewirkt und sie unterstützt haben. Danke, dass Sie alle zugegen waren und wir, die Mitglieder: des Vereins, freuen uns auf eine 17. Fachtagung Netzwerk SGB II.
Wir freuen uns, wenn wir Sie wieder mit dabei sind oder weitere Interessierte anregen, ebenfalls auf die Tagung zukommen.
Der Vorstand bp:k e.V.